6. Jun, 2016

Vinca an der Donau

Die lettische Antropologin Marija Gimbutas  1921 - 1994 war eine Spezialistin für den Teil von Europa, vom Baltikum, dem Balkan bis zur Türkei, den sie "Alt Europa" nannte. Jahrelange Recherche führte sie in den Balkan und nach Griechenland, wo sie "...die Göttin nicht suchte, aber fand...". In ihren beiden kostbaren Werken „Die Zivilisation der Göttin“ und „Die Sprache der Göttin“ zeigt sie die Bedeutung der Muster und Formen als Kommunikationsmittel auf, als Sprache. Immer wieder scheinen bei ihren Forschungen zahlreiche Funde der Vinca auf. Im Kanon der Rituellen Körperhaltungen kennen wir eine Statuette dieser Kultur besonders gut und konnten im Ritual tiefgreifende Erfahrungen in dieser Haltung machen. Die Statuette hat die Hände wie Henkel in die Hüften gestützt. Wir nennen sie „die Gefiederte Schlange". Als Seelenführerin spendet sie Trost und Versöhnung. Die Zeichnungen auf den Figuren, die Mäander, Spiralen und Chevrons, die Tiermasken die sie tragen, kündigen von einem differenzierten und geheimnisvolles Geist- und Seelenleben dieser Kultur.